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Elberfeld um 1940

Wenn man ganz weit in die Geschichte Wuppertals zurückblickt, stößt man auf eine Handvoll winziger Siedlungen, die aus Gründen irgendwelcher Besitz- oder Lehensansprüchen aufgeführt worden sind. Die wichtigste Ortschaft von allen dürfte wohl diejenige gewesen sein, aus der die heutige Innenstadt von Elberfeld hervorgegangen ist. Zum ersten Mal taucht Elberfeld im Jahre 1161 auf, als dieser Name in einer Urkunde als Tafelgut des Kölner Erzbischofs erwähnt wird.

Rund um ein Gotteshaus, das nach archäologischen Gutachten bereits vor der Jahrtausendwende an dem Platz gestanden haben muss, auf dem sich heute die Alte Reformierte Kirche befindet, gruppierten sich damals mehrere Holzhäuser, deren Bewohner dem Erzbischof Frondienste geleistet haben.

Zwei Jahrhunderte später wiesen drei Verkaufsurkunden von 1366, in denen von einer „borch“ und von einer „burgh und Herrlichkeit“ die Rede ist, darauf hin, dass aus dem Herrenhof inzwischen eine Burg geworden sein muss. Die Kölner Erzbischöfe setzten als Verwalter ihrer Güter Vögte ein, die ihrem Lehensgeber zwar zu Diensten und Abgaben verpflichtet waren, die ihnen anvertrauten Häuser und Gebiete jedoch mit Genehmigung untereinander verkaufen oder verschenken konnten. Dieses ist auch im Fall Elberfelds geschehen, als Johann von Elverfelde, der die Burg wahrscheinlich hat erbauen lassen, seinen Besitz an den Ritter Engelbrecht Sobbe verkaufte.

In den darauffolgenden Jahrzehnten wechselte die Burg häufig ihren Besitzer bis sie 1428 vom Grafen Adolf von Berg gekauft wurde. Die Befestigung bestand damals wohl aus einem Burgteich, aus Wällen und überwiegend aus Holzzäunen. Dass die Wehranlage außer den Fundamenten der Burggebäude aus Stein war, wird nicht vermutet. Unter den bergischen Amtmännern, die zur Verwaltung der Burg eingesetzt worden waren, verfielen die Befestigungsanlagen immer mehr, zumal ihre Schutzbedeutung keine Notwendigkeit mehr besaß. Im Jahre 1536 brach in Elberfeld ein Stadtbrand aus, dem die Burggebäude vollständig zum Opfer fielen. An ihrem Aufbau waren dann weder die Grafen von Berg noch die Amtmänner interessiert.

Stattdessen kam es 1605 zum Verkauf des parzellierten Burggeländes an die Bewohner der Stadt. Zu diesem Anlass wurde die erste maßstabsgetreue Karte Elberfelds erstellt, anhand dieser man in späterer Zeit den genauen Grundriss der abgebrannten Burg feststellen konnte. 1610 wurde Elberfeld mit der Verleihung der Stadtrechte verwaltungsrechtlich selbständig. Als man im Zuge des 30jährigen Krieges erkennen musste, dass die Stadtbefestigung vor feindlichen Angriffen ohnehin keinerlei Schutz mehr bot, ließ man sie 1640 abtragen. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde dann mit dem Wiederaufbau der Stadt begonnen. Die Häuser an den neu angelegten Strassen konnten sich allerdings nur wenige Jahrzehnte behaupten, denn 1687 brannte Elberfeld zum zweiten Mal völlig nieder. Neben sämtlichen öffentlichen Gebäuden wurden 350 Wohnhäuser von mehr als 2 000 Bürgern in einer Nacht zerstört. Heute erinnern nur noch der Strassesverlauf in der Innenstadt, der mit der mittelalterlichen Häuseranordnung weitgehend übereinstimmt, sowie viele Straßennamen an diese Zeit.