Aus dem Stadtbild von Heckinghausen ist er nicht mehr wegzudenken, der gerippte Stahlriese an der Mohrenstraße. Seit 1951 – damals wurde Richtfest gefeiert – gehört der 66 Meter hohe Scheibengasbehälter zum Barmer Osten wie der Eiffelturm zu Paris. Nur einmal musste der riesige Gasbehälter generalüberholt werden.

Im November 1984, wurden die ersten Undichtigkeiten und Verschleißerscheinungen repariert. Schon 1946, legten die damaligen Gaswerke Pläne für den Bau des neuen Gaskessels vor. Er sollte an der Stelle errichtet werden, wo vor dem Krieg schon ein Gasbehälter gestanden hatte. Im Juli 1949, drei Jahre nach der ersten Planung,

beantragten die Werke die Baugenehmigung beim Wirtschaftsministerium in Düsseldorf, im September kam das „Ja“ aus der Landeshauptstadt, aber erst im Juni 1950 konnte der Auftrag an die MAN für den Bau des Scheibengasbehälters erteilt werden, weil die Finanzierung erhebliche Probleme bereitete. Im November begann der Stahlriese zu wachsen. Warum der Turm genau 20 Ecken hat, weiß heute niemand mehr.

Die Stahlplatten des Aufbaues sind fünf Millimeter dick, und weil sich im Innern des Turmes eine 530 Tonnen schwere Scheibe je nach Füllmenge bewegen muß, sind die Stützen für die Außenhaut draußen angebracht. Fast schon ein Wunderwerk der Technik ist die Scheibe. In fast 40 Jahren gab es mit ihr kaum Probleme:

Sie hat sich nicht verbogen, es gab kein Verklemmen und kein Schrägstehen. „Ruhig und fast ohne Reibungswiderstände bewegt sie sich“, hieß es im Prüfbericht der Stadtwerke. Damit sich kein Gas zwischen Scheibenrand und Innenhaut des Kessels durchpressen kann, dichten Leinwandstreifen den Spalt ab. Und weil Öl einen dichten Abschluss garantiert, läuft rings um die Scheibe ein Gang, der bis 1984 mit Teeröl gefüllt war.

Bei der Generalüberholung wurde dieses Teeröl gegen Mineralöl ausgetauscht. Überholungsbedürftig war der Scheibengasbehälter nicht zuletzt deshalb, weil zwar die waagerecht verlaufenden Konstruktionsteile geschweißt, die Überlappungen der 20 Segmente aber nur genietet wurden. Als Dichtmittel legten die Monteure Jutestreifen ein. Diese Naturfasern waren im Laufe der Zeit brüchig geworden, das Teeröl trat in winzigen Mengen aus. Jetzt sitzen gasdichte verschweißte Blechhäuschen auf den Nietenreihen, der Kessel ist absolut dicht.