Als Barmen 1808 unter französischer Herrschaft die Stadtrechte erhielt, war es keine einheitliche Stadt, die auf einen Ursprungspunkt oder Siedlungskern zurückgeführt werden konnte, sondern es bestand aus mehreren Ortsgemeinden, die sich Gemarke, Wupperfeld, Wichlinghausen, Rittershausen, Heckinghausen und Unterbarmen nannten. Denn anders als in Elberfeld gab es in diesem Bereich Wuppertals zu keiner Zeit eine befestigte Anlage oder eine Burg, um die herum sich später eine Stadt entwickeln konnte. So war Barmen lediglich eine Ansammlung verstreuter Kirchsiedlungen, Weilern und Einzelhöfen.

Seine erste urkundliche Erwähnung lässt sich allerdings bereits auf das Jahr 1070 zurückdatieren, als das Wort „Barmon“ in einem Heberegister des Werdener Klosters auftaucht. Der unwesentliche Ort wird 1245 vom Grafen von Berg erworben und in der Mitte des 14. Jahrhunderts zum bergischen Amt Beyenburg geschlagen. Wichtig wurde das Bauernland erst durch die sogenannte „Garnnahrung“, die den Wuppertalern das alleinige Recht zum Garnbleichen einbrachte und damit einem Gewerbezweig freie Bahn schaffte der in darauffolgenden Jahrhunderten maßgeblich für den Aufschwung Barmens und Elberfelds verantwortlich war. Nach der Reformation wurde auf der Gemarke 1597 die erste Amtsschule errichtet, die gleichzeitig Gerichtshaus war.

Es war das erste öffentliche Gebäude zwischen Elberfeld und Schwelm und lag gerechterweise so zentral, dass es von allen Barmer Gemeinden gleich gut zu erreichen war. Hierin dürfte wohl auch der Ursprung für Gemarke (heute Alter Markt) als zukünftiges Zentrum Barmens zu finden sein. Der Name gründet sich auf die mittelalterliche Landwehrgrenze zwischen Berg (Elberfeld) und Mark (Schwelm), die quer durch Barmen verlief. Im konfessionellen Bereich begannen die Barmer dann im 18. Jahrhundert selbständig zu werden.

1702 wurde den Oberbarmer Reformierten das Recht auf eine eigene Gemeinde zugestanden, 1744 den Wichlinhausern, 1771 den Wupperfelder Lutheranern und erst 1822 den Unterbarmern. Mit dem blühenden Gewerbe der Bleicher, Weber, Händler und Handwerker entwickelte sich Barmen, an dessen oberster Verwaltungspitze nach wie vor der Schultheiß von Beyenburg stand, zum wichtigsten Ort in diesem Amtsbezirk. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann dann die Industriealisierung. Es entstanden Färbereien, Stoffdruckereien und mannigfaltige Textilverarbeitungsfabriken, und die „Barmer Artikel“ in Form von Bänder, Spitzen, Kordel und Litzen erlangen weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus Berühmtheit. Als die Franzosen bei ihrem Europafeldzug auch nach Wuppertal kamen, brachten sie 1806 die Munizipalverwaltung mit, welche für das weit über zehntausend Einwohner zählende Barmen die Erhebung zur Stadt bedeutete.