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Beitrag von HJA

Hitze, Infos und Tipps

Von H.J. Ackermann, am 09.08.2018 10:13:17| Kommentare: 0

Wenn es viel zu warm ist

Hitze und noch mehr Hitze. Die Wohnung wird immer wärmer, nachts kühlt es kaum ab. Was soll man tun?

Viele Menschen suchen bei google Rat. Das Problem: Wo bekommt man die richtigen Ratschläge? Wer weiß am besten Bescheid?

Nur weil viele das Gleiche schreiben, muss es aber noch lange nicht richtig sein. Viele Seiten haben ihre Infos woanders abgeschrieben und die Sätze teilweise umgestellt, um nicht so offensichtlich zu zeigen, dass sie abgeschrieben habe. Heraus kommt oft ein völlig anderer Sinn, als im ursprünglichen Beitrag.

Wer das Richtige schreibt, ist kaum herauszufinden.

Beispielsweise schreiben die meisten, man solle im Sommer helle Kleidung tragen. Aber nur, weil das fast alle schreiben, ist das nicht unbedingt richtig.

Andere schreiben, man soll helle Jalousien oder helle Vorhänge vor das Fenster machen. Gleichzeitig schreiben sie, man solle ein Zimmer möglichst stark abdunkeln. Abdunkeln, mit hellen Jalousien oder Vorhängen?

Aber auch viele Betroffene denken falsch. Ist es z.B. richtig, wenn es draußen 35 Grad warm ist, die Fenster zu öffnen, nur weil ein lauer Wind geht?

Wenn man das alles liest, kann man anfangen zu verzweifeln.

Ich versuche in diesem Beitrag mal etwas Licht ins Dunkle zu bringen und die vielen Aussagen auf einen Nenner zu bringen. Ich bin jedoch weder Wissenschaftler, Physiker oder sonst ein Fachmann. Alles was ich hier nun schreibe beruht auf logischem Denken und zum größten Teil auf Ausprobieren.

Dabei versuche ich mal, Punkt für Punkt vorzugehen. Die Ausgangslage zum Rumprobieren ist für diesen Zweck günstig.

Die Wohnung liegt in der dritten Etage, mit einer halben Schräge. Verbaut sind schräge Velux-Fenster. Je nach Zimmer bis zu drei.

Ohne jedes Zutun sind die Räume sehr warm. Bis zu 33 Grad, teilweise sogar 34. Also denkbar gute Voraussetzungen zum testen.

Wie gelangt die Wärme eigentlich in die Zimmer?

Am stärksten durch die Sonnenstrahlen, die durch die Fenster auf Möbel, Teppiche und Wände treffen und diese dann aufheizen. Haben Sie jetzt noch Fenster die nur wenig Wärme durchlassen, ist das im Winter positiv, im Sommer aber nicht. Warum? Weil die Sonnenstrahlen ungehindert durch das Fenster den Raum aufheizen, die Fenster wiederum die Wärme schön im Raum halten. Genau das, was wir im Sommer nicht wollen.

Was nun?

Die Sonne daran hindern, ihre Strahlen durch die Fenster zu schicken. Das erreichen Sie mit Rollos oder Vorhängen.

Das ist sicherlich ein guter Rat. Jedoch raten die einen dunkle Vorhänge oder Rollos zu benutzen, die anderen raten zu hellen. Im Grunde rät fast jeder zu hellen Vorhängen. Ja, was denn nun?

Dipl.-Ing. Gerhard Rommel vom Technischen Kompetenzzentrum des Bundesverbandes Rollladen + Sonnenschutz e.V. in Bonn rät dazu einen Raum ganz abzudunkeln, was am wirksamsten ist.

Nun dunkeln Sie mal einen Raum mit hellen Vorhängen oder Rollos ab. Ja, da stimmt doch was nicht. Richtig, der Rat zu hellen Vorhängen oder Rollos stimmt nicht. Es ist das Gleiche wie mit der Kleidung. Auch hier wird allgemein gesagt, helle Kleidung sei besser.

Aber:

Heller Stoff lässt Wärme besser durch als dunkler Stoff / Rollos. Heißt: Der Körper (bei Kleidung) heizt sich bei hellen Stoffen schneller auf. So wie sich ein Zimmer bei hellen Rollos schneller aufheizt.

Das kann man auch anders ausrücken: Ein dunkles T-Shirt hat einen Lichtschutzfaktor von ca. 20. Ein helles T-Shirt aber nur von maximal 10.

Außen oder innen abdunkeln?

Ein außen angebrachter Lichtschutz hat eine sehr viel größere Wirkung, als innen. Bei allem, was Sie innen anbringen, ist die Hitze ja schon im Zimmer.

Fenster wirken dann wie große Heizkörper. Am besten ist es dann noch, sie bringen, wenn schon innen, direkt aufs Fenster Alufolie an, mit der spiegelnden Seite nach außen. So können Sie, zumindest etwas, die Sonnenstrahlen schon direkt an der Scheibe zurückhalten. Das kann schon mal viel ausmachen.

Kompromiss

Wenn Sie aussen keine Rollos oder Markisen anbringen können, dann gehen Sie einen Mittelweg. Beispielsweise bringt es in einem Büro schon sehr viel, wenn Sie, vor allem in hellen Räumen, dunkle Rollos / Jalousien anbringen, die den Raum möglischt weit abdunkeln.

So halten Sie die größte Hitze schon mal draußen und es bleibt im Raum zumindest erträglich. Mit Ventilatoren kann man dann für zusätzliche "Kühlung" sorgen.

Trick bei großer Hitze.

Öffnen Sie die Fenster und werfen eine dunkle Decke darüber, welche das Fenster komplett abdeckt. Nun wird die große Hitze schon außen abgehalten und kann nicht mehr ungehindert ins Zimmer.

Da ich zwei Wolldecken mit jeweils weißer und schwarzer Seite habe, habe ich auch beides ausprobiert. Auch in der Praxis bestätigte sich, dass die schwarze Seite erheblich mehr Hitze abhält.

Was kann man noch tun?

Ventilatoren benutzen.

Bei Ventilatoren muss man sich über eins im Klaren sein:Ventilator zum kühlen

Ein Ventilator kühlt den Raum oder die Luft nicht ab. Egal wie stark er bläst.

Aber warum sagt man dann "Ein Ventilator kühlt."? Weil er tatsächlich kühlt, nämlich die Haut, auf die er trifft.

Durch den erzeugten Wind wird die Luft am Körper schneller ausgetauscht, es entsteht Verdunstungswärme, die wiederum dem Körper Wärme entzieht, was man dann als kühl empfindet. Damit das auch funktioniert, muss es zwischen Raumluft und Körper jedoch einen Temperatur- oder einen Feuchtigskeitsunterschied geben. Da man bei

Hitze meistens mehr oder weniger schwitzt, ist der Feuchtigkeitsunterschied fast immer gegeben.

Ein Ventilator hat aber noch einen anderen Vorteil. Er wirbelt bei Bedarf die Luft im gesamten Raum um. Für manche Leute wirkt das dann erfrischender als die ständig stehende Luft im Raum.

Räume lüften.

Wenn es draußen sehr warm ist, sollten Sie die Fenster den ganzen Tag über geschlossen halten. Lüften Sie nur dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Also morgens sehr früh oder abends spät / nachts.

Problem: Wenn draußen nicht der geringste Wind geht, wird auch das schwierig. Mein Wohnzimmer z.B. hat abends ca. 30 Grad. Angenommen draußen sind es nur 26 und über Nacht geht die Temperatur noch bis auf 22 Grad runter. Dann hat das Wohnzimmer morgens immer noch 28,5 Grad, selbst wenn alle drei Fenster geöffnet sind.

Ich helfe dann etwas nach. Wenn es morgen früh gegen 6h/7h draußen am kühlsten ist, stelle ich die drei Fenster (schräge Fenster) auf. Durch die Schräge stehen sie dann waagerecht. Dann stelle ich auf die Fensterflächen einen Ventilator, der die kühle Luft von draußen ins Zimmer bläst. Wenn der Ventilator eine

Weile gelaufen ist, fällt die Temperatur im Zimmer auf ca. 26, 27 Grad. Zumindest für eine gewisse Zeit.

Vorsicht Falle:

Selbst wenn die Temperatur außen noch niedriger als im Zimmer ist, sollten Sie die Fenster sofort schließen und abdunkeln, wenn die ersten Sonnestrahlen ins Zimmer fallen. Die Sonne wird sofort anfangen, die Wände und/oder Gegenstände, auf die sie trifft aufzuheizen. Das Runterkühlen nützt Ihnen nicht mehr viel, wenn Sie der Sonne Gelegenheit geben, das Zimmer wieder aufzuheißen.

Tipps, Tricks und Warnungen

Der kühle Wind, die kühle Brise

Oft geht auch tagsüber bei der Hitze draußen ein Wind. Viele Menschen reißen dann die Fenster auf und meinen: Wenn draußen ein kühler Wind geht, muss er sofort ins Zimmer um es abzukühlen.

Das ist grundfalsch! Wenn es draußen 33 Grad hat, dann hat auch die Luft 33 Grad. Dabei ist es völlig egal, ob sie steht oder nicht steht (Wind). Wir sind einfach auf etwas ganz Natürliches reingefallen. Die Luft draußen ist wie ein Ventilator. Trifft der erzeugte Luftstrom / Wind auf den Körper, fühlt es sich durch die Verdunstungswärme kühl an. Ist es auch.

Aber: Trotzdem haben Sie mit dem Wind die Hitze in den Raum gelassen. Sie heizen den Raum also selbst noch stark auf. Sie erreichen also genau das Gegenteil, von dem, was Sie erreichen wollen.

Also: Fenster zu lassen, egal wie stark der Wind geht. Je stärker er grad geht, desto schneller wird er auch den Raum aufheizen.

Ventilator auf dem Dachfenster oder Außenfensterbank

Wie ich oben schrieb, helfe ich morgen früh oft mit einem Ventilator nach, den ich auf dem Fenster platziere. Nun hat man aber nicht immer überall Strom. Dann liegen die Strippen im Raum rum.

Aus diesem Grund stelle ich auf ein Fenster einen elektrischen Ventilator auf die beiden anderen jeweils einen USB/Akku Ventilator für 9 Euro. Die kleinen Dinger sind teilweise schon sehr stark und reichen aus um die kühle Luft in den Raum zu blasen.



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